Winselwettbewerb auf der Schleimspur

Das Musikhandwerk jammert gerade mal wieder, weil es zu doof ist, Musik zu verkaufen. Also eigentlich jammern die Handwerker (“Künstler”), dass ihre Händler nicht handeln, ham’s aber noch nicht gemerkt. Mit dem Gequengel in den Ohren wollen sie – über größere Zeitungsanzeigenumwege – Angela Merkel liegen. Die Salbaderei endet:

“Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, [...]: Nehmen Sie sich dieses Themas an und machen es zur Chefsache. Denn während etablierte Künstler noch von den Erfolgen der Vergangenheit zehren können, trifft die Internetpiraterie vor allem junge Nachwuchstalente. Langfristig wird so die kulturelle und kreative Vielfalt in unserem Land abnehmen und wir verspielen eine unserer wichtigsten Zukunftsressourcen.”

1. Chefsache in der Politik ist was für Monarchen. Adressat für Gesetzgebung ist derzeit noch das Parlament. Der Ruf nach der Führerin ist irgendwie unsexy.

2. Niemand zwingt Künstler etwas auf den Markt zu werfen.

3. Durch das Kopieren, Tauschen oder Sonstwas von Dingen durch Leute, die dafür nie Geld ausgeben würden, entsteht kein Schaden. Im Musikbuiz wird so überhaupt erst der Konzertmarkt heutigen Ausmaßes geschaffen.

4 Ich bestreite, dass irgendjemand absichtlich “Morje Fröh Doheim” “runtergeladen” hat. Hättet ihr wohl gerne.

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