Archiv für die Kategorie ‘Journalismus’

Das Unverständnis kehrt zurück

Dienstag, 01. Dezember 2009

Nein, mit solchen Meldungen kann man Turi2 nicht ernst nehmen:

“Die Urzeitkrebse sind zurück: Ehapa holt die Kult-Marke “Yps” aus der Versenkung. Ab sofort kann man die possierlichen Tierchen auf seinem iPhone züchten.”

Ein Gag wird nicht dadruch besser, dass ihn jeder nachplappert. Es gibt die Urzeitkrebse wie seit Urzeiten, und zwar nicht nur die Triops longicaudatus aus dem Kosmos-Experimentierkasten, sondern auch die (vielleicht nicht ganz so hübschen) einheimischen T. cancriformis.

Update 3. Dezember: Nachdem der Hinweis gestern Nachmittag bei turi2 als “Basta”-Hinweis lief, ist er heute als Anzeigenkombi im Newsletter. Auch nett.

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Wegen wackeligem Magen beim morgendlichen Zeitungslesen

Dienstag, 17. November 2009

Zumindest im Bereich der Vorberichterstattung, der Ankündigung noch nicht ereigneter Ereignisse, muss es eine selbstverantwortete Informationsverweigerung des Journalismus geben. Etwa, wenn man sich als kommerzieller Anbieter von Unterhaltung “Mundstuhl” nennt.

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Hape Kerkeling prozessiert gegen Republik(aner)

Montag, 14. September 2009

Der Hape Kerkeling ist ein guter Komiker, wirklich. Allein seine Hurz-Darbietung anno weißichnicht macht ihn zum Genie.

Aber Kerkeling ist kein Kabarettist und kein Satiriker, und deshalb sollte er die Finger von der Poitik lassen. Horst Schlämmer ist eine bescheidene Rolle, als Politik-Kandidat ist er eine absolute Pfeife, und für seine komplett witzfreie Pressekonferenz*) gehört Hape tatsächlich eins auf den Arsch gebraten (alternativ muss er nochmal den Jakobsweg laufen, allerdings ohne dabei Geschäfte zu machen – vielleicht hilft das seiner Komik auf die Beine).

Da spielt der Komiker Kerkeling als Journalist Horst Schlämmer mit den politischen Akteuren – und verbittet es sich, dass die politischen Akteure auch mit ihm spielen wollen. So lässt er laut Bild gerade seinen Rechtsanwalt gerichtlich gegen einen Wahlwerbespot der Republikaner vorgehen. In diesem wunderbar billig-peinlichen Werbebeitrag erwähnt die Kandidatin Uschi Winkelsett zwei Mal den Namen Schlämmer. Das ist kein Plagiat, nichtmals eine Parodie, es ist die simple Beschäftigung mit der Gegenwart.

Wer sich wie Hape Kerkeling mit einem gewaltigen PR-Zirkus in die Öffentlichkeit drängt, der wird damit leben müssen, dass über ihn redet wer es wie will. Und da wird er auch einer Rep-Tussi nicht verbieten können zu sagen: “Nein, mein Name ist nicht Schlämmer und ich kandidiere auch nicht für eine Spaßpartei.”

*)= Wenn Kerkeling auch nur trivial Werbung für seinen Film machen wollte, ist das große Medieninteresse und der ernsthafte journalistische Umgang mit einer Kunstfigur Horst Schlämmer ein dringender Appell, am 27. September ungültig zu wählen – denn dass man über die Medien auch nur halbwegs gut informiert wäre, kann niemand glauben, der solches Schmierentheater gesehen hat.

Update 19 Uhr: Laut Medienberichten hat Kerkelings Rechtsanwalt Harro von Have habe seine beantragte Einstweilige Verfügung bekommen. Wie die begründet sein soll, ist mir ein Rätsel.

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Bumm ist nicht gleich Boahmm

Montag, 31. August 2009

Was jetzt an einer Sprengung im Vergleich*)  etwa zu einer Bombardierung so unfassbar brutal sein soll, entzieht sich meinem Verständnis, aber die Aufregung gibt’s gratis bei der BILD. (weiterlesen…)

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taz will Kollegen ins Komasaufen

Montag, 31. August 2009

Platter kann ein Bestechungsversuch nicht aussehen: die Hauptstadtzeitung “taz” ruft Redakteure anderer Blätter dazu auf, ihre Konfus-Propaganda ungeachtet des bezahlten Arbeitsauftrags und der Leserinteressen nachzudrucken.

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Schwacher Komiker lässt unterbelichtete Politiker erstrahlen

Dienstag, 25. August 2009

Interessante Sichtweise: Weil Hape Kerkeling als Horst Schlämmer schlecht ist “gebührt allen, die kandidieren, die Verantwortung übernehmen, ob nun in Dietzenbach, dem Landkreis oder auf Bundesebene mein Respekt” meint Nina Beck in der Offenbach Post online.

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Schlämmer-Sack

Mittwoch, 19. August 2009

Was hat Hajo Schumacher denn geritten, einen so dämlichen “Brief” an “Horst Schlämmer” zu schreiben? Gute Kritik an der pseudo-ernsthaften journalistischen Beschäftigung mit Kunstfiguren gab es ja in den letzten Wochen nicht zu knapp – etwa in der Süddeutschen Zeitung, im Focus, und im Spiegel.
Der Kunstfigur nun aber vorzuwerfen, sie sei kein Politiker, ist wenig gesitreich. Investigativ hätte Schumacher sogar heraufinden können, dass Horst Schlämmer keine Steuern zahlt und nie die Pubertät druchlaufen hat.
Die Sache ist doch ganz einfach: Kerkeling als Schlämmer als Journalist funktioniert gut, das kann mitunter sogar erhellend sein. Journalisten, die sich mit Schlämmer befassen, als sei er eine reale Figur, geht gar nicht – ob sie nun Interviews mit ihm führen oder ihn in offenen Briefen rügen. Da dappt Schumacher voll in die PR-Falle.

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Iranische Doktorspiele

Donnerstag, 02. Juli 2009

Vielleicht könnten die Damen und Herren Journalisten ja irgendwann mal das Geschwafel von der “Einmischung in innere Angelegenheiten” bleiben lassen, egal, welcher Ganove oder Gentleman es auch als Vorlage anbietet.

Innere Angelegenheiten sind ausschließlich Verdauung und Harnstoffwechsel. Alles, was Menschen mit Menschen machen, sind hingegen öffentliche Angelegenheiten.

Wenn Ahmadinedschad sich ein, zwei, drei Finger in den eigenen Popo steckt, ist das seine innere Angelegenheit. Teheran liegt mindestens eine handbreit außerhalb seiner inneren Angelegenheiten.

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Spiegel – ein Heft fürs Leben

Montag, 29. Juni 2009

Es wirkt nur auf den ersten Blick vermessen, dass Der Spiegel mit einem einzigen Kinderheft (“Dein Spiegel”) die Welt erklären will. Denn mit seiner Erwachsenen-Ausgabe macht er ja nichts anderes. Nur dass diese Welterklärung halt jede Woche neu verpackt wird.

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Presse keine Hilfspolizei

Sonntag, 07. Juni 2009

Nein, auch wenn es um die NPD gibt: als Journalist gibt man seine Rechercheergebnisse nicht an Polizei oder Staatsanwaltschaft. Die können mit dem arbeiten, was man selbst veröffentlicht. Von daher ist die Haltung des NDR zu begrüßen.

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