Für den kommenden Tag, an dem die Nachrichten davon beherrscht sein werden, dass schon wieder ein Schüler Amok gelaufen ist, erkläre ich heute schon meine Verwunderung, dass das so lange hat auf sich warten lassen.
Beunruhigende Ruhe im Klinikum Deutschland
06. Juni 2010Beitrag zur Uferlosigkeit, heute: Sprachpapst fordert Schweigen
30. Mai 2010“Es ist noch nie so uferlos geschrieben worden, ohne die geringste Frage, ob das überhaupt eine Chance hat, gelesen zu werden. Da nun so wahnsinnig viel mehr geschrieben wird, und da der Bildschirm zu einer flüchtigeren Lektüre einlädt als das Papier, ist das Problem, gelesen zu werden, so groß, wie es noch nie war.” (Wolf Schneider, der anstrengende Sprachzuchtmeister, bei FR-online über “das Internet [mit seiner] Einladung zu uferloser Geschwätzigkeit”).
Ein Twitter-Experiment
28. Mai 2010Das sind doch mal klare Zahlen: Mario Schneider, Experte fürs Geldmachen im Internet, beklagt, dass von seinen angeblich 6500 Twitter-Lesern im Schnitt nur 30 einem Link in seinen Beiträgen folgen – sich also für das interessieren, auf was er da verweist. Man kann davon ausgehen: viel mehr werden es auch nicht sein, die überhaupt lesen, was er schreibt. Denn wie soll das auch gehen, selbst wenn sich jeder Twitter-Nutzer nur ganz sporadisch äußert.
Nun hat Schneider alle Kontakte gekillt – “entfollowt”. Drei Wochen dauert sein Sabbat. Danach will er wieder einsteigen.
Polizeilicher Kadaver am Straßenrand
26. April 2010Polizei erschießt verletztes Hausschwein und lässt es an der Bundesstraße liegen. So muss man wohl eine Pressemitteilung lesen, die im Original so lautet:
Schwalmtal/Brauerschwend – Mehrere Verkehrsteilnehmer meldeten am Donnerstagnachmittag über Notruf bei der Polizeistation Alsfeld ein verletztes Hausschwein auf der Bundesstraße B254 in Höhe der Abfahrt zur Mülldeponie Bastwald. Eine Polizeistreife fuhr zum Ort des Geschehens. Die Beamten stellten bei dem mitten auf der Fahrbahn ligenden Schwein fest, dass es die Vorderbeine gebrochen hatte. Um es von seinen Schmerzen zu erlösen, blieb den Polizisten nicht anderes übrig, das cirka 125 kg schwere Tier zu erschießen und zogen es von der Fahrbahn. Aufgrund der Ohrmarke konnte über das Veterinäramt zwar der Tierhalter ermittelt, aber dieser nicht erreicht werden. Gegen 17:00 Uhr läutete bei der Polizei erneut der Notruf und ein Mann teilte mit, dass bei einem Viehtransport von zwei Hausschweinen eines verloren gegangen sei. Die Vierfüßler sollten von Schwalmtal nach Stockhausen zu einem Metzger transportiert werden. Dem Anrufer wurde der Sachverhalt mitgeteilt und er konnte das verloren gegangene Schwein an der Bundesstraße abholen.
Lese-Tipp: Schweineleber für Anfänger
08. April 2010Intellektuelle Erniedrigungen, es gibt sie nicht nur bei der Bundeswehr, wie ein neuer Enthüllungsbericht des eulen Spiegel erschreckend deutlich macht: Gräupchensuppe und warme Club-Cola gehörten demnach zum Initiationsrituts bei den in der DDR üblichen Neptun-Festen. Lesen Sie dort…
Kleinhirnnase
16. Januar 2010Eine sehr zu seinem Image passende Vorstellung von Demokratie präsentierte Til Schweiger im SPIEGEL-Interview. Gefragt, wie er es Otto Normalverbraucher erklären wolle, dass er für seine Filme öffentliche Förderung erhält, “obwohl Sie es eigentlich auch selbst finanzieren könnten” antwortete Schweiger:
“Das muss ich Otto Normalverbraucher gar nicht erklären. Der freut sich einfach, dass er den Film sehen kann. Dem ist es egal, wie ich den finanziere.”
Krawallblogger
05. Januar 2010Der zu Bloghochform auflaufende Kai Diekmann, Chefredakteur Bild-Zeitung, und der GEZ-Kritiker Bernd Höcker sind nicht nur beide “Anwalts Liebling”, sondern nach Anwalt Kompa’s Meinung ebenbürtige Blogger – nämlich Berliner bzw. verdachtsberichterstattende “Krawallblogger”.
Wirtshausmuff des Parteiengesetzes
04. Januar 2010Das ist doch mal erhellend: Parteien müssen so langweilig und dröge sein, wie sie sind, weil es das Parteiengesetz so will. Sagt Professor Hans-Gerd Jaschke – der sich deshalb aber auch eine grundlegende Reform wünscht, – “aber daran haben viele Funktionäre kein Interesse, weil die alten Strukturen ihre Macht sichern.”
Das Unverständnis kehrt zurück
01. Dezember 2009Nein, mit solchen Meldungen kann man Turi2 nicht ernst nehmen:
“Die Urzeitkrebse sind zurück: Ehapa holt die Kult-Marke “Yps” aus der Versenkung. Ab sofort kann man die possierlichen Tierchen auf seinem iPhone züchten.”
Ein Gag wird nicht dadruch besser, dass ihn jeder nachplappert. Es gibt die Urzeitkrebse wie seit Urzeiten, und zwar nicht nur die Triops longicaudatus aus dem Kosmos-Experimentierkasten, sondern auch die (vielleicht nicht ganz so hübschen) einheimischen T. cancriformis.
Update 3. Dezember: Nachdem der Hinweis gestern Nachmittag bei turi2 als “Basta”-Hinweis lief, ist er heute als Anzeigenkombi im Newsletter. Auch nett.


Freie Wellen für freie Mädchen
12. Juni 2010(Kurz und treffend Abby Sunderland zur Kritik, sie sei mit 16 Jahren für eine Weltumsegelung zu jung.)
Abgelegt unter Comments | Keine Kommentare »