Kleinhirnnase

16. Januar 2010

Eine sehr zu seinem Image passende Vorstellung von Demokratie präsentierte Til Schweiger im SPIEGEL-Interview. Gefragt, wie er es Otto Normalverbraucher erklären wolle, dass er für seine Filme öffentliche Förderung erhält, “obwohl Sie es eigentlich auch selbst finanzieren könnten” antwortete Schweiger:

“Das muss ich Otto Normalverbraucher gar nicht erklären. Der freut sich einfach, dass er den Film sehen kann. Dem ist es egal, wie ich den finanziere.”

Krawallblogger

05. Januar 2010

Der zu Bloghochform auflaufende Kai Diekmann, Chefredakteur Bild-Zeitung, und der GEZ-Kritiker Bernd Höcker sind nicht nur beide “Anwalts Liebling”, sondern nach Anwalt Kompa’s Meinung ebenbürtige Blogger - nämlich Berliner bzw. verdachtsberichterstattende “Krawallblogger”.

Wirtshausmuff des Parteiengesetzes

04. Januar 2010

Das ist doch mal erhellend: Parteien müssen so langweilig und dröge sein, wie sie sind, weil es das Parteiengesetz so will. Sagt Professor Hans-Gerd Jaschke - der sich deshalb aber auch eine grundlegende Reform wünscht, - “aber daran haben viele Funktionäre kein Interesse, weil die alten Strukturen ihre Macht sichern.”

Das Unverständnis kehrt zurück

01. Dezember 2009

Nein, mit solchen Meldungen kann man Turi2 nicht ernst nehmen:

“Die Urzeitkrebse sind zurück: Ehapa holt die Kult-Marke “Yps” aus der Versenkung. Ab sofort kann man die possierlichen Tierchen auf seinem iPhone züchten.”

Ein Gag wird nicht dadruch besser, dass ihn jeder nachplappert. Es gibt die Urzeitkrebse wie seit Urzeiten, und zwar nicht nur die Triops longicaudatus aus dem Kosmos-Experimentierkasten, sondern auch die (vielleicht nicht ganz so hübschen) einheimischen T. cancriformis.

Update 3. Dezember: Nachdem der Hinweis gestern Nachmittag bei turi2 als “Basta”-Hinweis lief, ist er heute als Anzeigenkombi im Newsletter. Auch nett.

36 Jahre in Deutschland - und dann fast abgeschoben

01. Dezember 2009

So ist das in Deutschland: Wenn man nicht rechtzeitig zur Behröde geht, wird man abgeschoben. Nachfragen oder ähnliche Serviceleistungen sehen deutsche Behörden seit der Kaiserzeit nicht vor.

Deportations-Maschinerie

29. November 2009

Gerade habe ich das Buch “Österreich ist schön” von Franzobel gelesen. Nunja. Zum bürokratischen Irrsinn der Abschiebung von Menschen ist eher zu empfehlen das Buch mit dem ungelenken Titel “Wenn nicht sogar sehr”. Darin beschreibt die Flüchtlingstochter Semra Idic ihren Kampf um ein Lebensrecht in Deutschland.
Aber allein für ein Zitat, das ich bisher nicht kannte, hat sich Franzobel gelohnt. Bei ihm geht es um die Abschiebung von Arigona Zogaj (inzwischen 17). Und zu der äußerte die österreichische Innenministerin Maria Fekter:

“Ich habe nach den Gesetzen vorzugehen, egal ob mich Rehlein-Augen aus dem Fernseher anstarren oder nicht.”

Jäger rollen günstiger durch Wald und Flur

17. November 2009

Es macht die Sache zwar nicht besser, aber Journalisten sind nicht die einzige Berufsgruppe, die Einkaufsrabatte erhält. So wirbt der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) ganz offen für Vergünstigungen beim Autokauf:

“Mazda startet zum Sommer eine Pick-up-Sonderaktion für den BT-50: Alle LJVMitglieder erhalten bei einer Bestellung bis zum 30. September 2009 einen Sondernachlass von 21% (statt 15%). Bei diesem Allradmodell können auch Käufer den Rabatt in Anspruch nehmen, die den Wagen nicht gewerblich zulassen. [...]
Bei diesen Herstellern erhalten Mitglieder eines LJV [Landesjagdverband]ebenfalls folgende Jägerrabatte:
Alfa Romeo (17-29%), Citroen (18-31%), Chevrolet (12-26%), Fiat
(11-23,5%), Fiat-Transporter (21-31%), Hyundai (18-20%), Kia (14-21%), Lancia (25%), Mazda (14-15%, nur gewerbliche Zulassung!), Mazda-Sonderaktion BT-50 21% (bis 30.09.2009 Kaufdatum), Mitsubishi (15%), Nissan (Neukauf: 10-23%; Leasing: 14-27%), Opel gewerblich (11-25% bundesweit), Opel privat (11-21%, Autohaus Siebrecht Uslar), Renault (18-29%), Saab (13-24%) und Suzuki (15%).”

Wegen wackeligem Magen beim morgendlichen Zeitungslesen

17. November 2009

Zumindest im Bereich der Vorberichterstattung, der Ankündigung noch nicht ereigneter Ereignisse, muss es eine selbstverantwortete Informationsverweigerung des Journalismus geben. Etwa, wenn man sich als kommerzieller Anbieter von Unterhaltung “Mundstuhl” nennt.

Twitter rudimentär

03. November 2009

Die extrem beschissene Suchfunktion*) bei Twitter trägt nicht gerade zur Sinnerschließung des Dienstes bei.
*)= bzw. die Unmöglichkeit, Informationen wie “Name” überhaupt vollständig und damit auffindbar anzugeben.

Israel bietet Antisemitismus für Einsteiger

30. Oktober 2009

Hat sich der Henryk Broder eigentlich schon zur israelischen Gastfreundlichkeit geäußert? Zu einem offenbar schwer xenophoben Innenminister Eli Yishai) Zu dem Keuschheitsgebot für in Israel arbeitende Ausländer und die geplante Deportation von Kindern und ihren Eltern, weil sie die jüdische Identität beschädigen? Und dürfen sich ob solchen Polit-Ekels eigentlich nur Antisemiten verzweifeldn an den Kopf fassen?